Robotik trifft Gesundheitswirtschaft: Bayerische Delegationsreise nach Japan liefert starke Impulse für neue Kooperationen

19.08.2026

Robotiklösungen für Pflege und Gesundheitswesen im Praxistest

Unter dem Motto „Robotics meets Healthcare“ führte eine bayerische Wirtschaftsdelegation vom 12. bis 18. Juli 2026 nach Japan. Organisiert wurde die Reise unter Leitung des Bayerischen Wirtschaftsministeriums gemeinsam mit Bayern International und der Repräsentanz des Freistaats Bayern in Japan. Ziel war es, konkrete Anwendungen kennenzulernen, den fachlichen Austausch zu vertiefen und nachhaltige Partnerschaften zwischen bayerischen und japanischen Akteuren aufzubauen.

Im Mittelpunkt standen aktuelle Entwicklungen und Anwendungsfelder von Robotik in Pflege, Klinik, Gesundheitslogistik und Medizintechnik. Die Delegation besuchte unter anderem eine Pflegeeinrichtung mit Anwendungen zu Pflege- und Transportrobotik, das Avatar Robot Café DAWN mit Fokus auf Telepräsenz und Inklusion, Riverfield als Anbieter von Operationsrobotik sowie Forschungs- und Anwendungseinrichtungen wie die Waseda University und die Tokyo Women’s Medical University.

Ein besonderer Mehrwert der Reise lag in der Passgenauigkeit des Programms: Die bayerische Delegation war breit aufgestellt – mit Unternehmen, Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Kliniken und Netzwerken aus Bayern. Dadurch fanden viele Teilnehmende in Japan direkte fachliche Anknüpfungspunkte für ihre eigenen Fragestellungen, etwa in der Pflege, in der Chirurgie, in der Krankenhauslogistik oder bei digitalen Assistenzsystemen. Die Delegationsbroschüre beschreibt die Gruppe entsprechend als Zusammenschluss zukunftsorientierter bayerischer Unternehmen und führender Forschungsinstitutionen.

Japan als Labor für niedrigschwellige Anwendung

Eine zentrale Erkenntnis der Reise: Japan ist in der Robotik nicht in allen Bereichen so weit voraus, wie häufig angenommen wird. Gleichzeitig ist die Bereitschaft, neue Lösungen im Alltag auszuprobieren, sehr hoch. Gerade in Pflegeeinrichtungen und im Gesundheitswesen werden Technologien oft niedrigschwellig getestet – von Sensorik und Vitaldaten-Tracking über Assistenzsysteme bis hin zu Robotern, die Pflegekräfte bei körperlich belastenden Tätigkeiten unterstützen.

Diese Offenheit ist besonders relevant vor dem Hintergrund des demografischen Wandels. Japan setzt stark auf technische Unterstützung, um die Versorgung älterer Menschen langfristig sicherzustellen. Dabei wird Robotik weniger als Ersatz für menschliche Arbeit wahrgenommen, sondern vielmehr als Unterstützung im Alltag – ein kultureller Unterschied, der auch für die Diskussion in Europa wertvolle Impulse liefert.

Für bayerische Unternehmen ergeben sich daraus konkrete Lern- und Kooperationschancen: Wie können technologische Lösungen frühzeitig mit Anwendern getestet werden? Welche Rolle spielen Pflegekräfte, Kliniken und Betreiber bei der Weiterentwicklung? Und wie lassen sich aus ersten Pilotanwendungen tragfähige Produkte und Geschäftsmodelle entwickeln?

Hohes Interesse an Bayern und „Made in Germany“

In den Gesprächen vor Ort wurde deutlich: Deutschland und insbesondere Bayern genießen in Japan weiterhin hohes Ansehen. Qualität, Präzision, Verlässlichkeit und langfristiges Denken sind Werte, die beide Wirtschaftsstandorte verbinden. Viele japanische Unternehmen und Institutionen zeigten großes Interesse am bayerischen Robotik- und Gesundheitsökosystem.

Beim bayerisch-japanischen Netzwerkabend mit dem japanischen Robotikverband RobiZy konnten die Delegationsteilnehmenden ihre Kompetenzen vorstellen und gezielt Kontakte zu Unternehmen, Institutionen und Multiplikatoren knüpfen. Das Programm sah dafür Kurzpräsentationen, Pitches der bayerischen Teilnehmenden und anschließendes Networking vor.

Ein weiterer Netzwerkbaustein war das Treffen im Kyoto Research Park, organisiert von der Stadt Kyoto. Dort standen vor allem Start-ups und Scale-ups im Mittelpunkt, die ihre Lösungen präsentierten. Auch hier zeigten sich konkrete Anknüpfungspunkte für weitere Gespräche, Kooperationen und Folgekontakte mit Bayern.

Von Tokyo bis Kyoto: Breites Spektrum an Robotik-Anwendungen

Die Reise machte deutlich, wie breit der Begriff Robotik im Gesundheitswesen verstanden werden kann. Das Spektrum reichte von emotional unterstützenden Robotern und Companion Robots über Pflegeassistenz, Transport- und Servicerobotik bis hin zu chirurgischen Robotern und Krankenhausautomatisierung.

In Osaka und Kobe standen unter anderem automatisierte Logistikprozesse, RFID-basierte Materialverwaltung, industrielle Robotik und Operationsrobotik im Fokus. Besuche bei Konishi Medical Instruments, Kawasaki Heavy Industries / Kawasaki World, Medicaroid und der Kobe University boten praxisnahe Einblicke in die Verbindung von Industrie, Klinik und Forschung.

Das Fazit der Reise fällt entsprechend positiv aus: Alle Termine konnten wie geplant stattfinden, die Teilnehmenden waren sehr zufrieden und auch die Vernetzung innerhalb der bayerischen Delegation wurde als besonders wertvoll wahrgenommen. Viele Gespräche sollen in den kommenden Wochen weitergeführt werden.

Weitere Internationalisierungsmöglichkeiten für bayerische Unternehmen

Sie interessieren sich für internationale Märkte im Bereich Medizintechnik, Digital Health, Biotechnologie oder Gesundheitswirtschaft? Bayern International unterstützt bayerische Unternehmen mit geförderten Messebeteiligungen, Delegationsreisen, Delegationsbesuchen und Netzwerkformaten.

Aktuelle Anknüpfungspunkte im Bereich Life Sciences sind unter anderem die Delegationsreise nach Malaysia und Singapur vom 1. bis 6. November 2026 mit Fokus auf MedTech, BioTech und Pharma sowie der Delegationsbesuch „Medizintechnik für Estland, Lettland und Litauen 2026“ im Rahmen von Bayern – Fit for Partnership. (Bayern International) (Bayern International)

Auch internationale Messebeteiligungen bieten konkrete Chancen zur Markterschließung. Für die Life-Sciences-Branche weist Bayern International unter anderem auf Messeformate wie BioJapan, RSNA, Expomedical sowie weitere Fachveranstaltungen hin. Der Bayerische Gemeinschaftsstand ermöglicht bayerischen Unternehmen einen geförderten und organisatorisch begleiteten Messeauftritt im Ausland. (Bayern International) (Bayern International) (Bayern International)

Einen Überblick über aktuelle Veranstaltungen, Messebeteiligungen, Delegationsreisen und Delegationsbesuche finden Sie in der Veranstaltungsdatenbank von Bayern International. Mit dem Bayern International-Newsletter bleiben Sie zudem monatlich über aktuelle Projekte, Informationsveranstaltungen und neue Markterschließungsangebote informiert. (Bayern International) (Bayern International)

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