Hola Südamerika! 10 Jahre Bayerische Repräsentanz in Südamerika

30.03.2023

504 bayerische Unternehmen mit Geschäftsbeziehungen in Chile, 37 davon mit Niederlassungen im Land. Geplante Kooperationen im Bereich Wasserstoff. Beim feierlichen Abendempfang zum runden Jubiläum der Repräsentanz wurde in der Residenz der Deutschen Botschaft in Santiago Rückschau gehalten und das Erreichte gewürdigt.

Chile ist zusammen mit Brasilien und Mexiko einer der wichtigsten Handelspartner Bayerns in Lateinamerika. Gerade Chile wird von ausländischen Investoren durch seine Marktöffnung und Zuverlässigkeit geschätzt. Mit einem Handelsvolumen von 361,7 Millionen Euro und 296,8 Millionen Exportvolumen von Bayern nach Chile im Jahr 2021 belegt Chile derzeit den dritten Platz bei den wichtigsten Handelspartnern Bayerns in Lateinamerika – mit viel Luft nach oben!

 

Südamerika: Eine Region mit Potenzial

Seit Februar 2013 existiert die Bayerische Repräsentanz für Südamerika (Argentinien, Chile, Kolumbien und Peru) mit Hauptsitz in Santiago de Chile. Die Repräsentanz ist an die Deutsch-Chilenische Industrie- und Handelskammer in Santiago de Chile angebunden. Sie dient sowohl als Ansprechpartnerin für bayerische Unternehmen wie auch für ortsansässige Unternehmen, die Investitionen in Bayern tätigen möchten.


Vom Gründungsjahr an dabei ist die Leiterin der Repräsentanz, Pamela Valdivia, die fließend Spanisch, Deutsch und Englisch spricht und bei ihrer Tätigkeit sowohl auf zwei wirtschaftswissenschaftliche Hochschulabschlüsse zurückgreifen kann als auch auf ihre berufliche Erfahrung in der chilenischen Auslandshandelskammer und dem chilenischen Außenministerium. Als stellvertretende Leiterin unterstützt seit August 2015 Ursula Brendecke das Büro. Sie ist Kulturwirtin der Universität Passau und der Universidad del Salvador. Davor hat sie unter anderem bei der Auslandshandelskammer in Argentinien und bei Siemens Argentinien gearbeitet. Auch sie spricht Spanisch, Englisch und Deutsch.

 

Bayern und Südamerika: Das passt wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge

„Ich bin fest davon überzeugt, dass globale Allianzen zur regionalen Wettbewerbsfähigkeit und nachhaltigen Entwicklung von kleinen und mittelständischen Unternehmen in der digitalen Ära beitragen können.“

Diese Überzeugung prägt die Arbeit von Pamela Valdivia seit 10 Jahren in der Repräsentanz. Globale Allianzen zu bilden braucht Profis, die sowohl das Markumfeld als auch die kulturellen Besonderheiten des Herkunfts- wie auch des Ziellandes kennen und speziell darauf eingehen.

„Man muss sich bewusst sein, dass die Branchen in Bayern und in Lateinamerika nicht dieselben sind. Für Bayern sind z.B. wichtig die Umwelttechnik, die Energietechnik und die Digitalisierung. In Lateinamerika sind die Branchen wie Bergbau, Land- und Forstwirtschaft, Bau und Infrastruktur besonders relevant. Und Sie werden merken, dass die Bayerischen Branchen wie die Faust aufs Auge zu den südamerikanischen Branchen passen.“

 

Die Repräsentanz: Partnerin für die richtigen Kontakte und passgenaues Knowhow

So bietet die Repräsentanz Betriebsberatungen für bayerische Firmen mit Expansionswünschen an, stellt die Kontaktdaten der zuständigen Behörden bereit, beobachtet laufend die Marktentwicklung und auch die politischen Rahmenbedingungen und unterstützt bei der Schaffung und Entwicklung von Vermarktungsstrukturen. Gleichzeitig ist die Repräsentanz auch Anlaufstelle von lokalen Unternehmen, die am Freistaat Bayern interessiert sind. Dass dies immer mehr südamerikanische Unternehmen auch in Anspruch nehmen, verbucht Valdivia als einen der größten Erfolge der letzten 10 Jahre: „Ich glaube eine unserer Erfolgsgeschichten als Repräsentanz ist, dass wir definitiv sagen können: Seitdem wir existieren gibt es ein größeres Bewusstsein in der Region, dass Bayern ein wichtiger Innovations- und Technologiestandort ist in Deutschland.“

 

10 Jahre Erfolgsgeschichte gehört gebührend gefeiert!

Gefeiert wird mit den Partnern in Argentinien, Chile, Kolumbien und Peru. Die offizielle Jubiläumsfeier fand zusammen mit der Deutschen Botschafterin Irmgard Maria Fellner in der Deutschen Residenz in Santiago statt. Auf die hervorragende Arbeit seit 10 Jahren stößt auch eine bayerische Delegation aus Wirtschaft, Forschung und Multiplikator:innen mit an, die gerade unter dem Motto „Water is energy“ in  Chile ist, um gemeinsam am Aufbau einer globalen, grünen Wirtschaft zu arbeiten (ausführlicher Bericht). Denn Chile bietet Top-Bedingungen für die Erzeugung erneuerbarer Energien und ist das erste Land in Lateinamerika mit einer Strategie für grünen Wasserstoff und ambitionierten Zielen für dessen Produktion und Export. Bayern kann mit innovativen Lösungen bei Industrie 4.0, Wasser 4.0, erneuerbaren Energien sowie Digitalisierung punkten und will gerne die chilenische Wirtschaft auf dem Weg zu effizienterer, kostengünstigerer und vor allem auch nachhaltigerer Produktion begleiten. Gerade angesichts des Ziels, dass Bayern bis 2040 klimaneutral sein möchte, ist das eine WIN-WIN Situation.


Auch diese Delegationsreise wurde maßgeblich von der Repräsentanz mit organisiert und kann durchaus als prototypisch für die Arbeit gelten. Das Programm reicht von Standortbesichtigungen von Antofagasta, Santiago bis Punta Arenas, bis hin zu Betriebsbesichtigungen und zahlreichen Networking-Veranstaltungen.

 

Was werden die kommenden 10 Jahre bieten?

Da huscht ein Lächeln über Pamela Valdivias Gesicht„Ja wenn man das wüsste!“, meint sie. Und ergänzt dann gleich: „Langfristig planen ist fast nicht mehr möglich. Aber definitiv sagen lässt sich: Südamerika bietet der bayerischen Wirtschaft Zukunftsmärkte. Die große Herausforderung wird sein, der bayerischen Wirtschaft darlegen zu können, wo und wie und wann sich die Geschäfte in Südamerika lohnen und wie man diese Geschäftschancen dann auch nutzen kann.“ 

Da bleibt nur noch zu sagen: Mucho éxito oder viel Erfolg für die kommenden 10 Jahre!

 

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