Die Solarindustrie in Bayern - aktuelle Entwicklungen

Im Süden Deutschlands scheint am häufigsten die Sonne. So wundert es nicht, dass das südliche Bundesland Bayern auch über die größte installierte Photovoltaikleistung innerhalb Deutschlands verfügt.

Ende 2014 waren in Bayern etwa 480.000 Solarstromanlagen mit rund 11.000 MW Spitzenleistung installiert. Damit steht fast jede dritte deutsche Photovoltaikanlage in Bayern. Diese solaren Anlagen tragen einen Anteil von mehr als 10 Prozent zum bayerischen Strommix bei. Damit nimmt Bayern nicht nur innerhalb Deutschlands sondern auch weltweit eine Spitzenstellung ein. Zahlreiche innovative Unternehmen aus der Solarindustrie haben daher ihren Sitz in Bayern. Und es wundert auch nicht, dass die Intersolar Europe, die weltweit führende Fachmesse für die Solarwirtschaft jedes Jahr in Bayern stattfindet.

Die letzten Jahre waren für die Bayerische Solarindustrie - wirtschaftlich gesehen - allerdings alles andere als sonnig. Zum einen ergab sich ein starker Preisverfall für Photovoltaikmodule, bedingt durch preisgünstigere Importe aus Fernost. Zum anderen wurde die staatliche Förderung für Solaranlagen durch mehrere Änderungen am Erneuerbare-Energien-Gesetz - insbesondere durch die sogenannte Photovoltaik-Novelle aus dem Jahre 2012 -  deutlich gekürzt. Dies führte zu einer deutlichen Verlangsamung des Solarstrom-Ausbau in Deutschland. Diese Entwicklungen gingen auch an den Bayerischen Solarunternehmen nicht spurlos vorbei. Viele Bayerische Modulhersteller mussten aufgeben, haben Unternehmensteile verkauft oder wurden von ausländischen Unternehmen übernommen.

Die verbleibenden Firmen leiden unter einem enormen Preisdruck aus dem Ausland und mussten massiv Stellen abbauen. Die Herstellung von Solarmodulen ist heute Stand der Technik geworden und wird in anderen Teilen der Welt weit günstiger betrieben.

Wettbewerbsvorteile für Bayern werden sich in Zukunft nicht im Herstellen von Standardprodukten ergeben, sondern in der Erarbeitung maßgeschneiderter Systemlösungen und Entwicklung von Technologien, durch die solare Energie noch besser genutzt werden kann.

Noch immer wirtschaftlich ist in Deutschland und Bayern das Herstellung von hocheffizienten Solarzellen. Einheimisches Knowhow hilft dabei, das Einspeise- und Verbrauchsmanagement einer Anlage mittels intelligenter Wechselrichter zu optimieren. Diese können eigenständig entscheiden, wann der erzeugte Strom selbst verbraucht oder ins Netz eingespeist wird. Hybrid- oder Micro-Wechselrichter werden hierzulande entwickelt, die jeweils auf die Anforderungen einer speziellen Anlage zugeschnitten sind.   

Die Innovationskraft bayerischer Unternehmen wird also auch in Zukunft der Schlüsselfaktor für die internationale Wettbewerbsfähigkeit im Bereich Solartechnologie sein, denn innovative Systemkonfigurationen, ein effizientes Verbrauchsmanagement und die Weiterentwicklung von Speichermedien werden wesentliche technische Herausforderungen sein, denen sich die bayerische Solarindustrie stellen muss und auch stellen kann.

Nachgefragt werden diese neuen Technologien immer mehr auch auf dem internationalen Markt. Die Nachfrage nach Solartechnik ist weltweit in Schwung gekommen. Im Ausland wird die umweltfreundliche und sichere Energiegewinnung mithilfe der Sonne immer mehr entdeckt.

So ist die Nachfrage nach photovoltaischen Anlagen beispielsweise in Japan, China oder den USA  in den letzten Jahren sprunghaft gestiegen. Sonnenreiche Länder, wie Ägypten, sind dabei ihre Energieerzeugung zugunsten der Solarenergie grundlegend umzustrukturieren.

Es wird geschätzt, dass die Solarenergie nach dem Jahr 2060 etwa ein Drittel des globalen Energieverbrauchs decken könnte. Deshalb wird die Solarbranche weltweit zweistellige Wachstumszahlen bieten können. Und das über Jahrzehnte hinweg.

Wenn Sie am internationalen Markt teilnehmen wollen, besteht ganz aktuell für Sie als bayerisches Unternehmen die Möglichkeit, im Rahmen von "Bayern - Fit for Partnership" ihre Produkte und Leistungen einer ägyptischen Delegation aus der Solarbranche vorzustellen. Treffen Sie die Delegation Ende Juli in Bayern. Weitere Informationen zu dem Projekt erhalten Sie hier. 

Autor: Wolfgang Petsch M.A., TÜV Rheinland Consulting GmbH