Bayern sorgt für Klarheit: BFP-Weiterbildungswoche zur Wasserwirtschaft in Albanien

23.05.2011

Bild oben: Reges Interesse der albanischen Gäste an der Kläranlage in Hilpoltstein

Bild Mitte: Hausmesse am LfU in Hof: Gespräche zum Thema Messtechnik im Bereich Wasser am Stand der Hydrometer GmbH

Bild unten: Zur Verabschiedung der Delegation im Bayerischen Wirtschaftsministerium am Ende der Woche war im Bereich Wasser vieles klarer

Reines Trinkwasser, eine funktionierende Abwasserentsorgung und klare Gewässer sind keine Selbstverständlichkeit und hierzulande wichtige Errungenschaften in Bereichen der Lebensqualität und der Umwelt. Für Albanien liegt die Erreichung dieser Standards in der Wasserinfrastruktur noch in der Zukunft. Obwohl Wasser im Land auf natürliche Weise vorhanden ist, gibt es derzeit sehr hohe Verlustquoten von bis zu 70% und mehr in den Versorgungsnetzen und Versorgungsengpässe sind keine Seltenheit. Auch in der Abwasserentsorgung überwiegt oftmals die vielfach unbehandelte Einleitung in Flüsse und Seen. Da aktuell eine Vielzahl internationaler Geber die (Re-)Aktivierung und den Ausbau der Wasserver- und Abwasserentsorgung in Albanien unterstützt, herrscht bei den albanischen Wasserwirtschaftsbetrieben ein großer Informationsbedarf, da nun die konkreten Projektplanungen beginnen.

Insgesamt 15 Fach- und Führungskräfte der Wasserwirtschaft aus Albanien waren deshalb im Rahmen des internationalen Weiterbildungsprogramms „Bayern – Fit for Partnership“ (BFP) von 15.05.-20.05.2011 zu Gast in Bayern. Neben grundlegenden Vorträgen zur Wasserwirtschaft durch das Bayerische Landesamt für Umwelt informierten vor allem bayerische Unternehmen der Branche über den aktuellen Stand der Technik und verfügbaren Lösungen im Themenbereich.

Das Interesse der Gäste erstreckte sich dabei von der Gewinnung des Trinkwassers bis hin zur Behandlung des Abwassers. Auch bayerische Unternehmen, welche zur Verbesserung des Wassermanagements beitragen können, wurden stark frequentiert, da derzeit beispielsweise noch keine Wasserzähler pro Wohneinheit vorhanden sind und folglich auch keine verbrauchsabhängige Abrechnung möglich ist. Albanische Wasserwirtschaftsbetriebe arbeiten nicht zuletzt deshalb in der Regel nicht kostendeckend.

Im Resümee der Besuchswoche waren die bayerischen und albanischen Teilnehmer mehr als nur zufrieden, da zum richtigen Zeitpunkt die Kontakte hergestellt werden konnten. Die Inaugenscheinnahme z.B. einer Trinkwasseraufbereitungsanlage am Rande der Fränkischen Schweiz oder der Kläranlagen in Hilpoltstein und Landshut ermöglichte eine praxisnahe Diskussion mit Firmenvertretern vor Ort. Bereits bei den bevorstehenden Ausschreibungen in Albanien wird man daher voraussichtlich auf die bayerische Kompetenz zurückgreifen. Das Land steht am Anfang eines langen Prozesses der Erneuerung im Bereich Wasser, bei dem bayerische Technologie zur Nachhaltigkeit der Investitionen maßgeblich mit beitragen kann.

„Bayern – Fit for Partnership“ ist ein vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie initiiertes und finanziertes internationales Weiterbildungsprogramm mit der Möglichkeit für bayerische Unternehmen, sich zu präsentieren. Die Weiterbildungswoche zur Wasserwirtschaft mit Albanien wurde durch die EM&S GmbH aus München im Auftrag von Bayern International organisatorisch betreut und der Deutschen Industrie- und Handelsvereinigung in Albanien unterstützt.

 

Kontakt:

Dr. Bernd Dobmann
Bayern International GmbH
Tel.:  +49 89 660566-105
Fax:  +49 89 660566-150
E-Mail: bdobmann@bayern-international.de

zur Übersicht